Primärtherapie

Allgemeine Informationen

Die Primärtherapie umfasst Massnahmen, die unmittelbar nach dem Unfall durchgeführt oder eingeleitet werden müssen. Diese sind in der Regel einfach und schnell umsetzbar.

Aus endodontischer Sicht steht die Vermeidung einer Infektion des endodontischen Systems bei Kronenfrakturen im Vordergrund. Dies kann durch eine Abdeckung der Dentinwunde (gegebenenfalls nach Überkappung oder partieller Pulpotomie bei freigelegter Pulpa) erzielt werden.

Bei Zähnen mit Dislokationsverletzungen wird die parodontale Heilung durch Reposition / Replantation und Schienung angestrebt.

Rechtzeitig und konsequent umgesetzt bildet die Primärtherapie die Basis für den Zahnerhalt und die Ausheilung der verletzten Strukturen, reduziert das Risiko späterer Komplikationen und verbessert die Prognose. Unter diesen Voraussetzungen kann die nachfolgende Therapie in der darauffolgenden Sitzung ohne Zeitdruck oder in einem/einer spezialisierten Zentrum/Praxis erfolgen.

Bei Milchzahnverletzungen gelten aus biologischer Sicht bis auf Avulsionsfälle (hier ist eine Replantation nicht indiziert) die gleichen Prinzipien für die Erstversorgung. Allerdings steht die individuelle Behandlungs- und Belastungsfähigkeit des betroffenen Kindes oftmals einer konsequenten Primärtherapie entgegen.
Vor diesem Hintergrund und zur Verhinderung einer (weiteren) Schädigung des bleibenden Keims werden tief frakturierte, stark gelockerte oder dislozierte Zähne meistens entfernt.

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