Klassifikation von Zahnunfällen

Man unterscheidet zwischen Zahnfrakturen und Dislokationsverletzungen.
Während Zahnfrakturen entsprechend ihrer Lokalisation eingeteilt werden, sind bei Dislokationsverletzungen das Ausmass und die Richtung der traumatisch bedingten Auslenkung des Zahnes aus seiner ursprünglichen Position entscheidend. Im Milchgebiss sind Dislokationsverletzungen aufgrund der elastischeren Struktur des Alveolarknochens häufiger als in der zweiten Dentition.

Klassifikations-Übersicht mit typischen charakteristischen Symptomen 
 

Zahnfrakturen

  

Dislokationen

 

Schmelzriss

  • Sichtbarer Riss des Zahnschmelzes ohne Substanzverlust.
   

Konkussion

  • Berührungssempfindlichkeit,
  • keine erhöhte Mobilität.
 

Kronenfraktur
(mit und ohne Pulpabeteiligung)

  • Schmelz- oder Schmelz-Dentin-Fraktur mit möglicher Exposition der Pulpa.
   

Lockerung

  • Erhöhte Mobilität ohne Positionsänderung
  • Perkussionsempfindlichkeit, Blutung aus dem Sulkus möglich.
 

Kronen-Wurzel Fraktur
(mit und ohne Pulpabeteiligung)

  • Bis in die Wurzel extendierte Kronenfraktur.
  • Mobiles Kronenfragment ist oftmals noch an der Gingiva befestigt.
  • Eine Freilegung der Pulpa ist häufig.
   

Laterale Dislokation

  • Dislokation meist nach oral.
  • Oftmals „Verkeilung“ in dieser Position oder deutlich erhöhte Mobilität bei erweiterter Alveole.
 

Wurzelfraktur

  • Horizontale bzw. schräge Fraktur der Zahnwurzel.
  • Häufig erhöhte Mobilität des koronalen Fragments ggf. mit Dislokation.
  • In Abhängigkeit von der Lokalisation des Frakturspalts ist eine Kommunikation zur Mundhöhle über den Sulkus möglich.
   

Extrusion

  • Zahn erscheint verlängert bei erhöhter Mobilität.

Intrusion

  • Zahn erscheint verkürzt.
  • „Verkeilung“ im Alveolarknochen bei metallischem Perkussionsschall
       

Avulsion

  • Unfallbedingter Verlust des Zahnes aus seiner Alveole
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