Endo bei offenem Apex

Zähne mit unvollständigem Wurzelwachstum zeichnen sich durch dünne Dentinwände und folglich erhöhtem Frakturrisiko aus. Ferner ist eine notwendige endodontische Therapie durch das offene Foramen apicale erschwert.

Auf eine exzessive mechanische Wurzelkanalaufbereitung sollte verzichtet werden. Um die Effektivität der Spüllösung (Natriumhypochlorit!) zu erhöhen, ist eine Ultraschallaktivierung zu empfehlen.
Zur Erzielung einer dichten Wurzelkanalfüllung ist eine Hartsubstanzbarriere am Apex erforderlich.

Bei der klassischen Apexifikationsbehandlung wird zu diesem Zweck Kalziumhydroxid als Langzeiteinlage für bis zu 2 Jahren eingesetzt. Allerdings führen mehrwöchige Einlagen (> 4 Wochen) zu einer Versprödung der Zahnhartsubstanz und erhöhen das Frakturrisiko wurzelunreifer Zähne zusätzlich.

Als sinnvollere Alternative steht für weitlumige Wurzelkanäle derzeit mit MTA (mineral trioxide aggregate) ein biokompatibles apikales Verschlussmaterial zur Verfügung. MTA wird (ggf. nach einmaliger Kalziumhydroxideinlage) nach Trocknung des Wurzelkanals mit speziellen Applikationspistolen (z.B. MAP System, Produits Dentaires SA, Vevey, Schweiz) in Inkrementen apikal platziert und mit geeigneten Pluggern vorsichtig kondensiert. MTA dient als mechanische Barriere für die nachfolgende Wurzelkanalfüllung. Diese erfolgt vorzugsweise mit erwärmter Guttapercha und einem Sealer.

Eine adhäsive Stabilisierung der geschwächten Wurzel im koronalen Wurzeldrittel ist notwendig und kann mit (faserverstärktem) Komposit erreicht werden.

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