Reattachment eines Fragments

Vorgehen

Das adhäsive Wiederbefestigen vorhandener Fragmente bietet gute Voraussetzungen zur Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik.

  • Vor dem Wiederbefestigen werden Zahn und Bruchstück mit einem Adhäsivsystem vorbehandelt.
  • Generell sind mehrschrittige Systeme mit Phosporsäure-Ätzung den vereinfachten Produkten vorzuziehen.
  • Ein Vorhärten des Bondings würde die Passung beeinträchtigen und ist zu unterlassen.
  • Als Befestigungsmedium eignen sich Komposite mittlerer Konsistenz (Flowables). Diese können auch eventuelle Inkongruenzen bei zusätzlichen Aussprengungen im Randbereich ausgleichen.
  • Vergrößerungen der Adhäsionsfläche durch präparative Maßnahmen wie Schmelzanschrägungen verbessern zwar die Haftkraft, erschweren aber die Reposition des Fragmentes.
  • Ein hohlkehlartiges Ausschleifen der Frakturlinie nach adhäsiver Wiederbefestigung mit anschließender Kompositrestauration kann in Einzelfällen bei geringer Adhäsionsfläche erfolgen.

Bei feuchter Lagerung nach dem Unfall kann das Wiederbefestigen prinzipiell schon im Rahmen der Notfallversorgung erfolgen.
Kam es aber posttraumatisch zu einer längeren Trockenlagerung des Fragments, sind sowohl das ästhetische Ergebnis als auch die Komposithaftung kompromittiert. Beides lässt sich durch eine Lagerung in Wasser für mehrere Stunden lösen.

Ist eine Rehydrierung des Fragments erforderlich, empfiehlt sich, das Reattachment am Folgetag vorzunehmen und zwischenzeitlich das Dentin mit einem gut entfernbaren Material (z.B. lichhärtender Kalziumhydroxidzement Ultrablend Plus, Ultradent Products) abzudecken.
Alternativ kann die Rehydratationszeit durch Fragmentlagerung in einem mit Wasser gefüllten Drucktopf auf ca. eine Stunde verkürzt werden.

Bei multiplen Fragmenten sprechen die Schwierigkeiten im Handling und ein eventuell suboptimales ästhetisches Ergebnis vielfach gegen ein Reattachment.

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